Dienstag, 5. Oktober 2010

Verändert das Politikerdasein die Realitätswahrnehmung?

Wie kann man ihnen helfen?

Wir wissen nicht, ob und falls ja, welche Drogen sie nehmen, aber es scheinen höchst wirksame zu sein. Da tönt eine Frau Ministerin Gönner gönnerhaft aus dem ZDF heraus, sie würden vorerst auf den (ohnehin nicht anstehenden) Abriss der Südflügels des Stuttgarter Bahnhofs verzichten. Auch Bäume sollen in der vegationsfreien Zeit nicht mehr gefällt werden. Die dauert, momental, so in etwa bis nach der Landtagswahl.

Ein Herr Mappus, immerhin Ministerpräsident in Baden-Württemberg, wenn auch nicht vom Volk gewählt,  möchte dringend Gespräche führen, ohne Vorbedingungen, aber ist strikt gegen einen Baustopp in der Zeit in der die Gespräche geführt werden sollen.

Ein Polizeipräsident, dessen Namen sich zu merken zu viel des Aufwandes wäre, gibt die Schuld an den Gewaltexzessen den Demonstranten, weil die Polizei nicht auf die vorgefundene Situation vorbereitet war.

Ein Westerwelle schlägt Joachim Gauck (ausgerechnet den) als Schlichter vor, statt sich besser um die Belange seines Amtes aus Außenminister, in dem er bisher ausschließlich dilletiert hat, zu kümmern.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit breche ich die Aufzählung hier ab, um auf die systematischen Gemeinsamkeiten dieser Personen zu kommen. Für andere Politiker und Beamte in hohen Rängen gilt das Nachfolgende pars pro toto:

Gemeinsam ist ihnen, dass sie
  1. in einer hervorgehobenen Position tätig sind (häufig ohne Bestätigung durch die Wähler)
  2. die Bürger  als eine Art knetbare Verfügungsmasse verstehen
  3. eigene Interessen an die von Lobbyisten knüpfen
  4. ihr Handeln für gemeinwohlverbessernd halten
  5. so gut wie nicht Fehler eingestehen und falls doch, nicht die fälligen Konsequenzen ziehen
  6. der Droge "Macht" verfallen sind und sich beliebige "Argumente" dafür einfallen lassen, den fälligen Entzug hinauszuzögern
  7. anscheinend in einer Art Selbsthilfegruppe ihren Drogenkonsum gegenseitig bestärken
Traurig ist die Wahrheit, aber wie ein Alkoholabhängiger erst durch ein tiefes Tal muss, bevor er eine Chance auf Heilung hat, genau scheint es den Politikern zu gehen. Im Dauerrausch ihrer Machtausübung sind die Sinne, die eigentlich auf den Bürgerwillen und das Gemeinwohl ausgerichtet sein sollten, vernebelt und  stumpf geworden.

Die beste Therapie ist, wie bei allen Drogen, kein sanfter Entzug, sondern "shock and awe" . Anders werden wir diesen Mitbürgern nicht helfen können.

Also gehen wir es an, helfen wir Ihnen.

Oben bleiben!


Arvid


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